Der Nepal-Himalaya-Pavillon in Wiesent

Die Sakralbauten der verschiedenen Religionen sind, natürlich, überall auf der Welt getrennt.

Für die expo2000 wurde jedoch durch den Architekten Amrit Shakya ein Pavillon gebaut, der den buddhistischen Stupa und den hinduistischen Tempel in einem Bauwerk vereint. Damit soll symbolisch der Dualismus zwischen den Religionen aufgehoben werden. Das duale System von verschiedenen Entitäten, hier auch architektonisch angedeutet durch die runde Form der Stupa und die eckige Form des Tempels, wird zusammengeführt und verbindet sich zu einem neuen pluralistischen System. Der Pavillon soll dazu anregen, trotz Unterschieden, wie z.B. zwischen verschiedenen Religionen, zu einer gemeinsamen Lösung zu finden.

Der Tempel ist aus nepalischen Hartholz gebaut, aus dem Holz des Salbaums, Shorea robusta. Dieses schwer zu bearbeitende aber sehr dauerhafte Holz wird viel für Haus- und Brückenbau genutzt. Siddhartha Gautama soll nach einigen Überlieferungen unter einem Salbaum sowohl geboren, als auch gestorben sein.

Der Tempel und der Stupa sind in der Mitte eines Mandala Gartens errichtet und von einem 74 Meter langen geschlossenen Wandelgang umgeben, der das Hauptgebäude mit dem Eingang verbindet. Im Zentrum des Pavillons befindet sich ein "L"-förmiger Wasserteich, in dem sich der Tempel widerspiegelt. Eine kunstvoll verzierte Wasserstelle (Ga Hiti) befindet sich am Anfang des Teichs am Haupteingang und vermittelt das Ambiente eines alten Hofes des Königspalastes in der nepalischen Hauptstadt Kathmandu. Das Gebäude ist mit handgefertigten Ziegeln und geprägten Kupferplatten gedeckt.

Besonders beachtenswert sind die überaus zahlreichen Schnitzereien am Tempel, mehr als 800 Familien haben in Nepal über drei Jahre daran gearbeitet. Selbst bei längeren Betrachten entdeckt man immer wieder neue Details.

Im Frühsommer sind Stupa und Tempel in einem Meer von Rhododendronblüten eingebettet, der Nationalblume Nepals.

Vor der Stupa wurde ein Amphitheater für Kulturveranstaltungen angelegt. Hier finden im Sommer kulturelle Veranstaltungen statt.

Der Nepal Himalaya Pavillon ist weder eine religiöse Stätte noch soll er für Religion werben. Vielmehr ist der Pavillon ein Symbol für Frieden, Harmonie und Toleranz sowie als Kunst und Kulturzentrum gedacht.

                   

                 

                                                   Initiatoren, Ideengeber, treibende Kräfte, Mitarbeiter, ... 

                                   bei der Erschaffung eines kleinen Paradieses

                                                      Margit und Heri Wirth